The Louisa Dress – Mein bisheriges Masterpiece

Geschafft! Mein bisheriges Masterpiece ist fertig! Das Louisa Kleidchen für Franka hängt fertig genäht und gebügelt im Schrank.

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Aber von Vorne…

Vor ein paar Wochen bin ich unbeabsichtigt (denn “zufällig” passiert im Internet ja eigentlich gar nichts mehr) auf die Schnittmusterschmiede von Marte aus Belgien gestoßen. Compagnie M. bietet hochwertige Schnittmuster im Retrostil mit dem “gewissen Etwas” an. Ich habe mich sofort in Das Louisa Kleidchen verliebt und für 7€ den Schnitt mit Anleitung erworben. Ich finde, wenn so viel Arbeit mit Liebe zum Detail in etwas gesteckt wird und dann noch so professionell verpackt wird, ein absolut gerechfertigter Preis.

Ein ganze Weile lag der Schnitt hier rum. Ich wusste nicht wieviel Stoff ich benötigen würde und auch nicht welchen ich nehmen sollte. Bis ich eine Kindergartentasche für Henri genäht habe und davon sehr viel Stoff übrig blieb. Da hatte ich die zündende Idee zusammen mit dem tollen blauen Stoff endlich meinen und Frankas geliebten Vögelchenstoff verarbeiten zu können. Ich bin froh, dass ich das gute Stöffchen so lange aufgehoben habe!

Bald war alles zugeschnitten, Paspeln und Schrägband gebügelt und genäht. Es konnte losgehen.

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Zuerst wurden alle Schnitteile nach Anleitung gesäumt und gebügelt. Damit ich bei dem blauem Stoff wärend des Nähens nicht ständig am rätseln bin welche Seite innen und welche außen ist, habe ich mir die Innenseiten schon beim  Zuschneiden mit Kreide kreuz und quer angemalt. Dann konnte ich beginnen die Teile zusammen zu setzen. Ich entschied mich für eine Variante mit geteiltem Rücken und Paspel an einem Stück. Laut Anleitung die schwierigere Variante, aber schöner. (Wenn schon, denn schon! Tschakka!).

Ich gehe jetzt nicht weiter auf Details ein. Ich kann nur soviel sagen, dass ich noch nie ein Kleidungsstück auf diese Art zusammengesetzt habe. Sehr spannend, etwas knifflig aber durchaus logisch und professionell. Die Paspel habe ich zwei mal angenäht. (Angenäht – für schei** nicht schön befunden – abgetrennt – Anleitung runter geladen – noch mal angenäht.) Die Schürzentasche vorne wird nicht etwa nur aufgenäht sondern sie ist richtig mit Taschenbeutel Innen genäht und somit hat man unten am Saum auch nur eine Lage Stoff. Gefällt mir sehr gut, dann ist’s es nicht so warm und knautschig. Macht das ganze natürlich nicht einfacher, aber es sollte ja auch eine Herausforderung sein. Damit fertig, noch schnell die Schulternaht schließen uuuuund… Irgendwas fehlt.

Ein Kragen musste her! Ich hatte mir spontan in den Kopf gesetzt den Vögelchen Stoff noch einmal als Akzent in Form eines Bubikragens zu verarbeiten. Auf gemustertem Grundstoff wäre das für diesen schlichten gradlinigen Schnitt vermutlich zu viel gewesen. Aber so, auf uni, für mich perfekt. Dummerweise war ein Schnittteil für einen Kragen nicht vorgesehen, also Bleistift gespitzt und selbst einen gezeichnet. Das hat erstaunlich gut und auf Anhieb funktioniert. Der Kragen musste auch schon an dieser Stelle angenäht werden, da der Halsausschnitt bei einem späteren Schritt durch ein (in meinem Fall) Teilfutter versäumt wurde. Da muss der Kragen dann natürlich dazwischen liegen.

Jetzt Aber!  Erste Anprobe mit Sicherheitsnadeln:

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Passt soweit ganz gut.

Als nächstes wird der Reisverschluss eingenäht. Da ich schon einschlägige Erfahrungen mit meinem Liebelingsfeind Reisverschluss gemacht habe, habe ich mich direkt dazu entschieden gar nicht erst mit der Maschine zu beginnen. Stattdessen habe ich gemütlich einen ganzen Abend auf dem Sofa damit verbracht, den RV drei mal mit der Hand anzunähen und wieder abzuternnen und wieder anzunähen – so lange bis es mir gefallen hat.

RV1_Louisa_04_be Hilfsnaht von innen

RV2_Louisa_05_be Hilfsnaht von Außen

 

Die beiden kniffligsten Stellen waren nun geschafft. Beim schließen der Rückennaht musste ich an der Paspel etwas schummeln, damit sie besser aufeinander treffen. Daszu habe ich einfach auf einer Seite eine winzige Falte unter die Paspel gelegt sieht kein Mensch und ich kann besser schlafen.

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Nachdem ich das Futter im Vertrauen auf die wirklich gute Anleitung eingenäht hatte (ohne hätte ich das nicht so leicht geschafft), sollten als nächstes die Ärmel dran kommen (im doppelten Wortsinn). Beim anstecken stellte sich raus, dass ich wohl an einigen Stellen mit zu viel bzw. zu wenig Nahtzugabe genäht hatte. Wie ich’s drehte und wendete und auch nach zwei maligem Stecken – ich hatte immer ca. 2cm (!) zu viel Stoff am Ärmelansatz. Was tun? Alles auftrennen, schneiden und neu zusammen nähen? Neee, das war mir zu riskant. Ich entschied mich aus der Not eine Tugend zu machen und verwendete einen weiteren Abend darauf, den Ärmel am Ansatz mit Hilfe von Framilastikband leicht einzukräuseln, so dass ein leichter Puffeffekt entsteht. (Soweit die Theorie.) Auch das gefiel mir beim ersten Anlauf natürlich nicht gut genug, also Alles zwei mal gemacht. Und auch die Ärmel habe ich drei mal angenäht, weil mir der Nahtverlauf nicht gefiel. Erst zu viel NZ dann zu wenig. Am Ende ist nun immer noch der rechte Ärmel stärker gepufft als der Linke aber so sei es. Mal sehen ob ich das irgendwann noch mal ein viertes mal mache…

Puffaermel_Louisa_08_be

 

Am Ärmelsaum habe ich übrigens eine kleine Hilfsnaht gesetzt, damit die NZ schön auseinandergefaltet bleibt und beim Tragen nicht scheuert. Das sieht man zwar, wenn man genau hinschaut von außen, aber der Komfort ist mir da wichtiger.

AermelHilf2_Louisa_07_beAermelHilf1_Louisa_06_be

 

Nun fehlte eigentlich nur noch der Saum. Den habe ich doppelt eingeschlagen, feinsäuberlich abgesteckt und gebügelt. Ich denke nicht, dass das für Euch neu ist: Ich stecke den Saum immer mit der Nadelspitze nach unten ab. So lässt es sich besser bügeln und anschließend kann man ganz einfach über die Nadeln drüber nähen.

SaumPins_Louisa_09_be

 

Dann musste Franka eine weitere Anprobe über sich ergehen lassen. Den Saum habe ich zuerst einfach und danach mit einer Ziernaht, die ich auch schon am Kragen verwendet habe, abgesteppt.

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Endlich fertig! Ich bin stolz und uns beiden gefällt es super. Papa hält es für einen “Kittel”…

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